Das unbekannte Juwel
Dies war mein bis dato aufwendigstes Restaurationsprojekt. Die Kiste aus Oberösterreich hatte viele Holzwurmschäden, sehr viele Ecken waren ausgebrochen, abgeschlagen oder von den Holzwürmern zerfressen. Des Weiteren wurde sie schon mal mit neuen Seitenteilen bedacht, die die ursprünglichen Füße stützen sollten (da diese den Holzwürmern zum Opfer gefallen sind). Nachdem unterschiedliche Verzierungen in das Holz gepresst wurden, war Abschleifen auf der Vorderseite keine Option. Ich probierte es mit Abbeize – stellte jedoch rasch fest, dass die ursprüngliche Farbe wasserbasierend sein musste, da die Beize nicht griff. Somit entschied ich mich die Vorderseite vorsichtig mit Hand zu schleifen. Risse und Bruchstellen wurden mit Holzkitt bzw. Wachs behandelt.
Ursprünglich hatte die Truhe drei verschiedene Farben, die mit der Zeit stark verblassten. In den Rillen bzw. Ritzen konnte ich die ursprünglichen Farben erkennen. Die schwierigste Farbkombi war eine Mischung aus Kiefer, Eiche und einem Grauton. Diese Farbe versuche ich durch eine Mischung aus wasserbasierender Beize wieder zu treffen.
Über die Herkunft ist leider nicht sehr viel bekannt. Die Familie selbst hatte sie seit mehr als 80 Jahren in ihrem Besitz. Auf einem Flohmarkt in OÖ hat mir ein Einheimischer erzählt, dass solche Truhen für das Salzkammergut mit solchen Verzierungen typisch sind. Ich denke, dass Endresultat kann sich sehen lassen. Die Familie war mit der Restauration sehr zufrieden – sie befindet sich heute noch in ihrem Besitz.







